#1 Sucht, von Verletzte Kinderseele 01.11.2015 00:22

ekelhafte,unheilbare,tödlich endende Krankheit.
Wir können nur die Symptome stoppen.
Damit unser Leben retten.

Wer ein Problem damit hat,kann sich an mich wenden.

Ich habe ausreichend Erfahrung damit,die ich gerne teile.
Als Suchthelfer oder Betroffener,der weiß wovon er spricht.
Verletzte Kinderseele

#2 RE: Sucht, von Cita 13.11.2015 11:48

avatar

ekelhaft? Ja
unheilbar? NEIN!
tödlich endende Krankheit? Nicht zwangsläufig...

Man kann die Symptome stoppen. Ich kenne einige, die es aus ihrer Suchtproblematik heraus geschafft haben. Allerdings ist es alleine mit der bekämpfung der Symptomatik nicht getan. Man muss auch bereit sein das anzuschauen, was sich dahinter verbirgt.
Wir müssen den Schmerz ansehen, den wir mit unserer Sucht zu ertränken versuchen.

Es hängt auch ein Stück weit davon ab, was man als Sucht definiert, wenn man "nur" körperliche Abhängigkeiten von Drogen oder Alkohol zählt, ist es schwer.
Man kann aber im weiteren Sinne noch viel mehr als Sucht bezeichnen. Meine Selbstverletzungen oder Suizidversuche würde ich teilweise auch als "Sucht" bezeichnen, da sie oft dem Zweck dienten den Schmerz in meinem Innern zu überdecken. Durch meine Handlungen meine Gefühle nicht aushalten zu müssen. Wenn ich in der Notaufnahme war, kreisten meine Gedanken zumindest meistens doch um andere Dinge als vorher. Ich konnte mich über die Ärzte aufregen, die meinten sie seinen besser als ich und mich von oben herab behandelten...
Und ich würde auch sagen, dass mein Rasierklingen schlucken zu einer Sucht wurde. Dass ich manchmal einfach nur nichts mehr fühlen oder denken wollte. Wenn sie mich dann in Narkose legten, war das ein Segen. Ich musste nicht mehr fühlen oder denken, ich war einfach ausgeschlatet, zumindest für ein paar Stunden...

Und auch ich kann ein Liedchen von Alkohol und Drogen missbrauch singen. Ich kann es gut nachvollziehen, wenn man versucht damit seinen Schmerz und die Realität zu betäuben oder auszublenden...

Allerdings denke ich, dass es bei einer richtigen Sucht nicht ausreicht, die Symptome zu bekämpfen. Auch ich habe jahrelang lediglich gegen Symptome gekämpft, weil auch kein Therapeut hatte sich anzugucken, was dahinter steckt. Meine Symptome haben gezeigt, dass da eine Menge Schmerz und Verzweiflung ist, aber kaum einer hatte den Mut auch nur ansatzweise sich damit zu befassen, weil es so bedrohlich war...

Aber all die Therapieansätze hatten eines gemeinsam. Sie hatten alle einen bedeutenden Fehler!

Es bringt nichts, wenn ich weiß, wie ich Symptome oder "Problemverhalten" bekämpfen kann, wenn ich gar nicht einsehe, wofür. Wenn ich mich hasste und zerstören wollte, hat es nichts gebracht, dass ich wusste, was ich dagegen tun könnte. Denn ich habe mich nur gefragt, warum ich das überhaupt tun sollte und welche Rolle es spielt...

Ich denke, dass es bei Suchttherapien ähnlich ist. Man wird erst aufhören zu trinken etc. wenn man einen Grund dazu hat. Wenn man es sich selber Wert ist und bereit ist für sich zu kämpfen...

#3 RE: Sucht, von Alphawölfin 14.11.2015 11:56

avatar

Sehr gut geschrieben cita , ich denke auch das es einfach klick machen muss im Kopf.
Man muss einen Sinn haben und den hat man nur ...wie du es sehr gut beschrieben hast.

Mein Vater hat auch erst dann aufgehört als ich ging ...und ich ihm ehrliche Worte sagte..
aber ihm eben auch sagte was ich vermisse , wie er früher war ..
Ich denke er fühlte sich dann so schuldig das er begann sich anstrengen und trocken zu werden.
Er verlor zugleich dann noch Fahrausweis musste für etliche Monate in die Kiste .
Meine Mama sperrte die Kontos nur gemeinsam konnte er Geld nehmen...
Aber es war genau der richtige Zeitpunkt wo es klick machte ..
Vorher hätte er weiter gemacht und unsre Worte wären ins Leere gelaufen.

Damals war er 68 heute ist er 82 und seit 2008 haben ich anfangen wieder richtig Kontakt aufzunehmen
und ich war fähig ihm zu verzeihen.

Vorher hatte ich Kontakt mit Mama und mit ihm nur zu Festen oder wenn ich musste.
Ich bin froh das ich mit meinen Eltern wieder Friede habe ...und ich bin stolz auf Papa das er nicht mehr trinkt ..spielen würde er leider aber ohne Geld kann er das nicht.

#4 RE: Sucht, von Cita 15.11.2015 16:59

avatar

Ja, man muss selber bereit sein etwas zu verändern.
Vorher kann einem auch kein anderer helfen... Auch meine ganzen Helfer konnten nicht viel mehr tun, als mich irgendwie am leben zu halten, erst als es bei mir "klick" gemacht hat, konnten sie mir weiter helfen...

#5 RE: Sucht, von Forodwaith 15.11.2015 23:56

avatar

Jap.... am Ende liegt es wirklich an einem Selbst. Energie zu investieren und dann einen anderen Schritt tun wie sonst.

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz