#1 Die Kunst der Worte. von Lichtfee 28.10.2012 15:44

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Worte können Brücken bauen.
Worte können verletzen.
Worte können helfen.

Das ist etwas was ich gelernt habe. Worte sind kostbar, darum sollte man sich vorsehen wie man sie verwendet. Worte können schädlicher sein als irgendein Gift, schädlicher als es ein Messer jemals sein könnte. Wunden die ein Messer zufügt können heilen. Doch Schäden die Worte hervor rufen geraten oft nicht in Vergessenheit.

Warum ich das nun schreibe? Ich weiß es nicht, oder doch ? Ich denke es ist so das Worte bei mir viel zerstört haben, was wohl auch der Grund ist das ich jedes Wort fünfmal um drehe, sei es von mir oder von jemand anderen. Den Menschen ist nicht bewusst was sie mit ihren Worten anrichten können, den Worte sind in gewisser Weise auch Macht. Aber darum soll es jetzt ja nicht gehen. Sondern darum wie es Momentan bei mir aussieht.
Ich werde es versuchen raus zu finden. Den oft ist mir selber nicht klar, was da genau los ist. Oft ist mir nicht klar wie es mir geht. Doch mit Worten könnte ich es schaffen.
Andersrum will ich eigentlich gar nichts schreiben, ich will gar nicht sagen was los ist, ich will gar nicht sagen wie es mir geht. Denn das bedeutet das ich etwas von mir preis gebe, was gegen mich verwendet werden könnte. Das heißt das ich ein Stück meiner Maske fallen lassen muss.. die Maske die mich beschützt die Maske die mich vor weiteren Schmerz schützt. Etwas was mir so vertraut ist. Natürlich könnt ihr euch jetzt an den Kopf fassen und sagen „Was redet die jetzt für einen Schwachsinn“, nur weiß ich das ihr wisst das es kein Schwachsinn ist. Gut, vielleicht könntet ihr mir sagen das ich schon einen Monat dabei bin und es ist nicht so als ob ich gerade wenig geschrieben habe. Oder das A. Und T. nichts über mich wüssten. Es ist nur so das ich gerne behaupte das ihr genauso wenig Ahnung von mir habt, wie ich selbst von mir. Denn wie wollt ihr mehr über mich wissen als ich selbst?
Auch könnte mir A. nun sagen ich rede viel, da hat sie vielleicht sogar Recht. Doch was ist das wichtige an den Worten ? Wie viele..? Es ist nicht die Anzahl, sondern das was diese Worte aussagen, ich rede oft mit meinen Worten in Rätseln oder drum herum.. Aber wenn man genau hinsehen würde, könnte man das Wahre darin schon erkennen.
A. und T. könnten mir genau so sagen das ich schon so viel mit ihnen gesprochen habe. Das streite ich nicht ab. Doch was war der Inhalt? War es etwas von heute oder damals?
War es das was mich beschäftigt? Oder nur eine Floskel die schon Vergangen ist? Darüber könnten wir jetzt spekulieren, tun wir aber nicht.
Was ich sagen will, ich denke ihr habt genauso wenig Ahnung von dem was gerade los ist, wie ich selbst.
Versuchen wir nicht länger drum herum zu reden sondern auf den Punkt zu kommen! (:

Man könnte jetzt natürlich sagen das es mir schlecht geht, doch manchmal Frage ich mich geht es mir wirklich schlecht? Oder rede ich mir das nur? Sage ich lieber mir geht es schlecht als das es mir gut geht, weil ich das es mir schlecht geht gewöhnt bin?
Ich könnte es mit dem vergleichen was passiert wenn jemand etwas Positives zu mir sagt, ich streite es ab, warum? Weil ich es nicht kenne, es ist mir unangenehm. Meine Betreuer sagen immer ich tue das, weil ich hören will wie Toll ich doch bin. Ich wage dies mal an zu zweifeln .. denn warum sollte ich das hören wollen, wenn ich es hasse gelobt zu werden ?
Auch sagen sie ich müsste es nach 2 Jahren gewöhnt sein, das nicht schlecht ist. Sehe ich anders. Denn sie wissen nicht wie schwer es wirklich ist sich an so etwas zu gewöhnen.

Auch würde ich jetzt einfach mal behaupten das sie keine Ahnung haben wie es mir momentan geht (was natürlich auch irgendwie meine eigene Schuld ist) anders gesehen sind sie diejenigen die sagen „Du kannst vor uns nichts verstecken“ Da sollten sie sich mal nicht zu sicher sein. Denn nur wenigen Gewähre ich den Einblick in mein Leben.

Das soll Genügen, erst einmal.
Man könnte sich nun streiten und sagen „Du hast keine sinnvollen Informationen raus gegeben“ Aber das ist nicht wahr ;-)

#2 RE: Die Kunst der Worte. von Lichtfee 29.10.2012 19:40

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Versuchen wir das ganze mal weiter zu führen und zu ergründen ^^.
Als Überleitung nutze ich einfach noch einmal die Sache mit den Worten und dem Loben.
Wie ich ja schon fest stellte können Worte mehr als verletzend sein und viel Schaden an richten. Bei mir führten Worte eben dazu das ich öfters unsicher bin, in dem was ich sage in dem was ich tue. Worte haben dazu geführt das ich mich nicht wirklich Leiden kann, das ich nicht wirklich etwas Gutes an mir sehen kann. Heute sagen mir viele ich sei liebenswert, ich hätte Talent etc. Nur kann ich das so gar nicht nach voll ziehen. Wie auch wenn mir über Jahre das Gegenteil eingeredet wurde. Mittlerweile weiß ich dass das alles nicht so stimmt wie es mir gesagt wurde, es zu akzeptieren fällt mir trotzdem.
Heute weiß ich wie falsch manche Worte sein können, wie verletzend. Darum bemühe ich mich auch eben nicht andere Menschen mit meinen Worten zu verletzend.. da ich aber auch nicht gerade „perfekt“ (nun ja wer ist das schon ^^) bin spreche ich manchmal auch verletzende Worte aus.
Mir ist etwas passiert was nie hätte sein dürfen. Ich habe Worte ausgesprochen die ich hätte niemals hätte aussprechen dürfen. Ich habe meinen Vater durch diese Worte 2-mal zu tiefst verletzt. Und beim 2-ten mal auch noch viele andere dazu.
Ich wusste was diese Worte ausrichten können, diese Worte haben schon einmal dazu geführt das mein Vater nicht mehr mit mir sprach.. doch andere Worte haben dazu geführt das er wieder mit mir sprach, aber da ich diese Worte ein 2-mal gesprochen habe, habe ich es wieder zerstört. Ich weiß nicht was in meinem Vater vorgeht, ich will es auch gar nicht wissen. Ich weiß das ich meinem Vater sehr ähnlich bin.. Vielleicht fühlt er wie ich?
Ich weiß es nicht, ich würde ihn fragen, aber er schweigt. So wie ich. Er schweigt und ich verschweige. Es tut mir Leid das ich ihn so verletzt habe mit diesen Worten, ich habe es nicht getan um ihn los zu werden, keines falls. Ich liebe meinen Vater und ich leide sehr darunter das er mich an schweigt. Dennoch wage ich es nicht mich aus dieser Sache raus zu reden. Was das schlimme an der Sache ist? Ich habe versucht meinen Eltern etwas bewusst zu machen, was ich bereits vor Jahren versucht habe. Ich wusste diese Worte würden weh tun, aber genauso gut hätten sie mir helfen können, haben sie leider nicht.
Ich habe Worte genommen und mir eine Welt zerstört. Nicht nur mein Vater ist Traurig, enttäuscht, whatever. Ich habe viele anderen weh getan. Den ich habe sie mit meinem Worten belogen und sie mit meinen Worten wieder aufgeklärt, doch es kam zu spät und da durch habe ich sie verloren.
Ob es meine Richtigen Freunde waren ? Ich weiß es nicht. Vielleicht wird die Zeit kommen wo sie mir verzeihen. Vielleicht aber auch nicht. Ich leide unter ihrem Schweigen, versuche aber auch zu verstehen. Wie wäre es mir gegangen? Genauso ? Ich kann es nicht sagen.. Ich hätte es schon schrecklich gefunden aber ich hätte mich sicher auch nach dem „Warum“ gefragt, ob sie das auch tun?
Warum ich nun leide? Ich hatte diese Personen sehr gerne, sie waren meine Freunde, manche waren sogar mehr als das. Ich weiß nicht damit um zu gehen. Im Herzen tut es einfach nur weh.
Dies ist nun 1 Monat her. 1 Monat in dem sich viel verändert, hat es das?
Ja, denn ich habe Rückschritte gemacht. Ich ziehe mich mehr und mehr aus dem Leben zurück, melde mich tagelang bei manchen nicht. Die meiste Zeit verbringe ich auf meinem Zimmer mit weinen, denken oder schreiben. Ich war eine ganze Weile clean und habe vor 1 Monat wieder mit verletzten angefangen. Ich komme mit dem Schmerz in meinem inneren einfach nicht zu Recht und darüber reden kann ich so oft nicht. Oft fehlen mir die Worte um ihn zu beschreiben. hm.. in meinen Text scheint es schon viel um Wort zu gehen ^^..
Letzten Samstag habe ich mit M. über das verletzen geredet sie sagte das sie alle das schon vorher gesehen haben das es wieder dazu kommt, es wäre in der jetzigen Situation nicht ab zu sehen. Wo ich zu ihr sagte, ich kann nicht drüber rede.. aber warum helft ihr mir nicht. Das was sie getan haben mir eine 2 Therapeutin zu schicken. Eine Therapeutin die genau wie ich in Rätseln redet. Die mir jedes mal die Sprache raubt.
Doch das genügt im Moment einfach nicht. Außerdem sehe ich es nicht als Hilfe sondern als Last. Diese Frau ist in mein Leben getreten und verlangt auf einmal so viel. Sprich, rede, Fang an dich zu mögen doch das ist gar nicht so einfach. Ich habe ihr von diesem Forum berichtet, von den Menschen mit denen ich hier schreibe, sie meinte es wäre gut. Auch meinte sie das ich förmlich mit Liebe überschlagen werde, sehe ich anders aber gut.
Was bringt mir Liebe von Menschen die ich nicht sehe etc.? Was bringt mir Liebe wenn ich sie von meiner Mutter nicht bekomme, mir ist bewusst ich muss mich von ihr lösen, aber es fällt mir so schwer. Den auch das ist mit Konsequenzen verbunden. Es ist gar nicht so einfach. Die Frau die behauptet ich könne so viel. „Du bist gut in der Schule.“ „Du kannst gut schreiben.“ „Du kannst für andere da sein.“ Ja, das kann ich wohl. Ich kann gut schreiben, ich kann mit Worten spielen wie andere über einen Fußballplatz rennen und Tore schießen (übertrieben gesagt..) Ich kann mit meinen Worten vielleicht helfen, sagen viele.Doch ich selbst kann dies nicht glauben.Aber ich selbst verfluche meine Worte. Denn viele meiner Worte werden nicht gehört, viele meiner gesprochen Worte haben zerstört.


Vielleicht ist das Bild eines Sturmes
nicht nur passend für die Gefühle in mir, sondern auch für all das, was im
Moment in meinem Leben passiert. Ich versuche mal zu beschreiben, was ich
meine und man wird sehen wie andere das sehen..
Wenn ich an einen Sturm denke, dann
fallen mir Bilder z.B. von Tornados in Amerika ein. Wenn der Wind und der
Regen kommen, wird es mit der Zeit immer heftiger. Es ist laut, es herrscht
Chaos und alles, was nicht irgendwie ein festes Fundament hat, wird vom Sturm
mitgerissen. Dächer fliegen davon, Bäume werden umgerissen, der Boden wird
aufgeschwemmt und nichts mehr ist, wie es vorher war. Das meiste jedenfalls.
Das Bild kann ich auf meine Situation übertragen da es gewissermaßen viele Parallelen gibt.
Da gibt es so viele Ereignisse und.
Gefühle aus der Vergangenheit, die immer wieder hochkommen. Wut, Trauer,
Schuld und Sehnsucht wirbeln herum. Die Beziehung zu
deiner Familie steht quasi auf dem Kopf. Da ist Hilflosigkeit. Gedanken
drängen sich auf, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll, wie alles werden
soll. Angst und Sorge. Die Sehnsucht nach Liebe und Nähe
Der Hass gegen sich selbst. Hoffnungslosigkeit.
Und all das,
was normaler Weise nämlich schön an seinem Platz steht: die Gefühle, die
einzeln auftreten, die Familie, bei der man Nähe findest, und man selbst, mit
der man normalerweise ganz gut leben kannst – ist durcheinander geraten... wie
in einem Sturm.

#3 RE: Die Kunst der Worte. von Cita 03.11.2012 13:05

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Liebe Lichtfee,
ja, die Worte können viel anrichten, aber auch viel heilen. Ich sage immer ein Schlag kann verfehlen, Worte treffen immer das Herz.
Auch bei mir haben Worte viel zerstört. Unter anderem mich selber und mein Leben. Ich habe lange Jahre gebraucht um es wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen...
Das Problem mit den Lobs kenne ich auch. Ich weiß noch genau, wie meine Sportlehrerin in der neunten Klasse anfin mich zu loben. Dass ich damit gar nicht umgehen konnte. Rot geworden bin. Mich umgedreht habe. Die Tränen unterdrücken musste und wortlos wegging. Ich war total überfordert damit, weil ich es nicht kannte. Meine Lehrerin hat es gemerkt. Fing an mich immer und immer wieder zu loben. Nach mehreren Monaten war es nicht mehr ganz so schlimm. Seitdem gab es immer wieder Menschen, die mich für alles mögliche lobten. Viele sagten schon immer, ich weiß, dass du es nicht hören willst, aber ich sage es trotzdem... Irgendwann fing ich an mir selber zu sagen, wenn so viele Leute das sagen, muss irgendetwas dran sein. Die können schließlich nicht alle Falsch liegen... Dinge, die ich nie wieder hören wollte: "Sie sind hübsch, Sie sind jung, SIe sind intelligent." Und "Sie haben so viele Talente."
Heute versuche ich diese Dinge als Ressourcen zu verwenden. Etwas damit anzufangen. Mir selber zu helfen indem ich schreibe. Einen anderen Umgang zu erlernen mit meiner Selbstreflexion. Nicht mehr allzu streng und selbstkritisch zu sein. Zu zeichnen, weil es mir gut tut und mich beruhigt. Ich versuche über kleine Fehler beim Endergebnis hinweg zu sehen und mich auf die Arbeit selber zu konzentrieren. Wie es mir ging, während ich es gemacht habe. Nicht, wie ich das Ergebnis finde... Und nach langer Übung gelingt es mir heute sogar einige meiner Arbeiten gut zu finden...
Du siehst man kann es lernen. Du bist ganz am Anfang. Kannst es selber reflektieren. Aber noch nicht für dich selber annehmen. Dies kann Jahre dauern und auch mir gelingt es nicht immer, aber immer öfter.
Früher wurde mir gesagt ich sei dick, ich sei unsportlich, das sind sinnlose Beschäftigungen...Heute weiß ich, dass es nicht stimmt. Zu lange habe ich an diese Worte geglaubt. Zu lange mich daran festgehalten. Zu lange mich selber dafür gehasst und nieder gemacht. Heute weiß ich, dass es nicht stimmt. Dass ich sportlicher bin als viele andere. Dass ich eine annehmbare Figur habe. Es gibt sogar Tage (allerdings sehr selten), an denen ich mit meinem Körper zufrieden bin. Und ob eine Beschäftigung sinnlos ist oder nicht, entscheide ich selber und mache es davon abhängig, wie es mir dabei geht. Wie gerne ich etwas tue. Über dem, was andere mir dazu sagen oder dazu denken, stehe ich drüber. Sie müssen es ja nicht machen...

Zu deinem Bild mit dem Tornado fällt mir ein Gedicht ein, das ich vor einiger Zeit geschrieben habe...

Wie der Wind

Ich bin wie der Wind.
Mal laut mal leise.
Mal langsam mal schnell.
Zum Greifen nah,
und dennoch ungreifbar.
Man kann mich nicht sehen
Nur hören
Bin da und wieder fort
Fliege von Ort zu Ort
Kein zu hause
Bin überall
Und nirgends
Mal eine angenehme Brise
Dann ein Sturm
Unberechenbar
Mal lieblich
Dann zerstörerisch
Und wieder zurück
Liebkose das Gesicht
Verwehe das Haar
Innerhalb von ein paar Minuten
Niemand es vorher weiß
In Sekundenbruchteilen
Ich alles in Fetzen reiß

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